Die frühen Gruben im Raum Rumpen
Die Geschichte des Steinkohlenbergbaus in Kohlscheid reicht viele Jahrhunderte zurück. Besonders im Raum Rumpen, am Rand des Wurmtals und in Richtung Berensberg, wurde bereits früh nach Steinkohle gesucht und gegraben. Lange bevor große Bergwerksgesellschaften den Abbau prägten, waren es einzelne Köhler und kleine bergmännische Gemeinschaften, die die oberflächennahen Kohlevorkommen erschlossen. Die frühen Gruben von Rumpen sind ein wichtiger Teil der regionalen Bergbaugeschichte. Ihre Spuren sind heute nur noch teilweise sichtbar, und manche ihrer ursprünglichen Standorte lassen sich nicht mehr eindeutig bestimmen. Dennoch geben historische Erwähnungen und die überlieferten Flurnamen Hinweise auf die Anfänge des Kohlenbergbaus in diesem Gebiet.
Die frühen Gruben und ihre Namen
Die schriftlichen Überlieferungen nennen mehrere Gruben, die bereits im 16. Jahrhundert im Raum Rumpen bekannt waren. Dazu zählen:
- Hontzfront: 1540 erstmals erwähnt.
- Eigenseif: 1542 urkundlich belegt.
- Rauenschlack: 1546 erwähnt.
- Mispel (auch Mespel): 1580 nachgewiesen.
Die Jahreszahlen zeigen, wie weit die Geschichte des örtlichen Kohlenabbaus zurückreicht. Über die genaue Lage und den Umfang der einzelnen Anlagen ist allerdings nur wenig bekannt.
Die Rumpener Köhler
Die frühen Bergleute wurden häufig als Köhler bezeichnet. Sie arbeiteten in kleinen Gemeinschaften und bauten die Kohle mit den damals verfügbaren, einfachen Mitteln ab.
Die Rumpener Köhler waren in der Umgebung für ihre Streitlust bekannt. Sie führten gerne Stöcke aus Mispelholz mit sich und wurden deshalb auch als Mispel- oder Mespelsköhler bezeichnet. Im Jahr 1605 waren Bergleute aus Rumpen an einem Überfall auf die Heydener Mühle beteiligt. Auch der Abbau sogenannter Querflöze, der zeitweise verboten war, gehört zu den überlieferten Besonderheiten dieser frühen Bergbaugeschichte.
Die Bezeichnung Mespelszeche taucht 1675 erneut auf. Für 1712 ist Mispel wieder als in Betrieb befindlich überliefert. Im Jahr 1759 gründeten die Rumpener Köhler eine Bruderschaft, die der Unterstützung der Bergleute diente.
Von den kleinen Gruben zu größeren Konzessionsgebieten
Mit der Zeit veränderte sich die Organisation des Bergbaus. Die älteren Abbaugebiete gingen später teilweise in größeren Konzessionen auf. Im Zusammenhang mit dem Raum Rumpen werden insbesondere die Namen Mespel, Hohenfeld und Glückauf an der Wurm genannt.
Auch die Gruben Hohenberg und Friedrich werden in Übersichten zum historischen Bergbaugebiet Rumpen aufgeführt. Ihre genaue Entwicklung und ihre jeweiligen Betriebszeiten müssen anhand weiterer historischer Unterlagen untersucht werden.
Noch heute erinnern Bodenformen wie sogenannte Pingen an den frühen Bergbau. Dabei handelt es sich um Vertiefungen im Gelände, die unter anderem durch oberflächennahen Abbau entstanden sein können. Im Rumpener und Berensberger Wald sind solche Spuren überliefert. Allerdings lässt sich nicht jede Vertiefung ohne nähere Untersuchung eindeutig einer bestimmten Grube zuordnen.
Fazit
Die Geschichte der Gruben im Raum Rumpen erzählt von den Anfängen des Steinkohlenbergbaus in unserer Heimat. Schon im 16. Jahrhundert wurde hier Kohle gewonnen – lange bevor der industrielle Bergbau mit seinen großen Schachtanlagen das Bild der Region prägte.
Viele Einzelheiten sind heute nicht mehr bekannt. Umso wichtiger ist es, historische Belege, alte Flurnamen und noch vorhandene Geländespuren zu sichern und für kommende Generationen zu dokumentieren.