Heimatverein Kohlscheid 1932 e.V.
Heimatverein Kohlscheid 1932 e.V.
Heimatverein Kohlscheid 1932 e.V.
Kohlscheider Geschichte bewahren – Heimat erleben

Die Grube Hoheneich

Der Steinkohlenbergbau hat die Geschichte Kohlscheids über Jahrhunderte geprägt. Neben den bekannten Zechen gab es zahlreiche kleinere Gruben, die zur wirtschaftlichen Entwicklung unserer Heimat beitrugen. Eine davon war die Grube Hoheneich im Bereich nördlich von Bank. Ihre Geschichte zeigt, wie anspruchsvoll der Bergbau im Wurmrevier war und welche Bedeutung die Kohle für die Region besaß.

Geschichte und Entwicklung

Die Konzession für die Grube Hoheneich wurde 1762 erteilt. Im frühen 19. Jahrhundert entwickelte sich das Bergwerk zu einem wirtschaftlich bedeutenden Betrieb. Historische Wirtschaftsdaten belegen, dass Hoheneich in den 1820er- und 1830er-Jahren zeitweise gute Erträge erzielte.

Der Betrieb war jedoch mit erheblichen technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen verbunden. Besonders die Wasserhaltung spielte eine wichtige Rolle. Hoheneich war dabei mit benachbarten Gruben verbunden und musste sich mit deren Wasserzuflüssen auseinandersetzen. Auch Auseinandersetzungen um Kohlenfelder und Eigentumsrechte beeinflussten die Entwicklung.

Im Zuge der technischen Weiterentwicklung des Wurmreviers wurden die Fördermethoden verbessert. Für Hoheneich ist unter anderem der Einsatz schienengeführter Förderwagen in den 1830er-Jahren dokumentiert. Solche Neuerungen sollten die Arbeit unter Tage erleichtern und die Förderleistung erhöhen.

Eigentümerwechsel und Ende der Eigenständigkeit

Die Eigentumsverhältnisse der Grube waren im 19. Jahrhundert von Auseinandersetzungen und Veränderungen geprägt. 1848 gelangte Hoheneich zunächst an die Gebrüder von Fisenne. Nachdem vereinbarte Zahlungen nicht geleistet worden waren, ging das Bergwerk im April 1851 in den Alleinbesitz des Pannesheider Bergwerksvereins über.

Mit der Übernahme des Pannesheider Bergwerksvereins durch die Vereinigungsgesellschaft für Steinkohlenbau im Wurmrevier im Jahr 1858 wurde Hoheneich Teil eines größeren Bergbauunternehmens. Damit endete die wirtschaftliche Selbstständigkeit der Grube.

Die Geschichte von Hoheneich verdeutlicht, wie eng technische Entwicklung, wirtschaftliche Interessen und die Zusammenarbeit beziehungsweise Konkurrenz benachbarter Gruben miteinander verbunden waren.

Erinnerung an die Grube

Heute ist die Grube Hoheneich ein Teil der weniger bekannten Bergbaugeschichte Kohlscheids. Ihre Überlieferung erinnert an die Menschen, die unter schwierigen Bedingungen Steinkohle gewannen, und an die wirtschaftlichen Veränderungen, die das Wurmrevier im 18. und 19. Jahrhundert durchliefen.

Die Beschäftigung mit solchen ehemaligen Gruben hilft, die industrielle Vergangenheit unserer Heimat zu bewahren und für kommende Generationen verständlich zu machen.