Die Grube Laurweg
Die Geschichte der Grube Laurweg
Die Grube Laurweg prägte über Jahrhunderte das Leben in Kohlscheid. Sie steht für harte Arbeit, den Zusammenhalt der Bergmannsfamilien und den Wandel unserer Heimat. Erinnerungen an die Bergleute und an „et Zössje“, die kleine Bahn zum Wilsberg, gehören bis heute zu unserer Geschichte.
Arbeit unter und über Tage
Die Grube Laurweg wurde bereits 1612 urkundlich erwähnt. Im Laufe der Zeit entwickelte sie sich zu einem bedeutenden Bergwerksbetrieb im Aachener Revier. Mit dem Ausbau der Schächte und der Aufbereitungsanlagen entstanden zahlreiche Arbeitsplätze.
Der Alltag der Bergleute war von körperlich schwerer Arbeit und Gefahren geprägt. Unter Tage lösten sie die Kohle aus dem Gestein und transportierten sie zur Förderung. Über Tage waren weitere Beschäftigte in der Kohlenwäsche, der Brikettfabrik, den Werkstätten und beim Materialtransport tätig.
Hinter jedem Arbeitsplatz stand eine Familie. Der Schichtdienst bestimmte den Tagesablauf, und die Sorge um die Gesundheit der Bergleute gehörte zum Leben ihrer Angehörigen. Viele Familien waren über Generationen mit dem Bergbau verbunden. Die Grube war deshalb nicht nur ein Wirtschaftsbetrieb, sondern auch ein wichtiger Teil des gesellschaftlichen Lebens in Kohlscheid.
„Et Zössje“ – die Bahn zum Wilsberg
Ein besonderes Kapitel ist „et Zössje“, wie die kleine Werksbahn im Volksmund genannt wurde. Sie transportierte das bei der Kohlenwäsche anfallende Gestein zur Bergehalde am Wilsberg.
Dort wurde das Material abgeladen und auf der Halde verteilt. Im Bereich der heutigen Englerthstraße und Burckhardtstraße erfolgte der Übergang auf Förderbänder, die das Gestein weiterbeförderten.
Noch heute lassen sich Reste des ehemaligen Bahndamms zwischen der Roermonder Straße und der Wilsberger Straße erkennen. Diese Spuren erinnern an den einstigen Transportbetrieb und an die Menschen, die ihn am Laufen hielten.
Mit dem Ende des Haldenbetriebs im Jahr 1955 verschwand auch „et Zössje“ aus dem vertrauten Bild unseres Ortes.
Das Ende einer Bergbautradition
1955 wurde die Kohlenförderung auf Laurweg eingestellt. Die letzte Seilfahrt fand 1960 statt. Die Brikettfabrik blieb noch bis 1976 in Betrieb.
Das ehemalige Zechengelände wurde später neu genutzt. Heute befindet sich dort der Technologiepark Herzogenrath. So steht Laurweg zugleich für den industriellen Aufstieg und den wirtschaftlichen Wandel unserer Heimat.
Erinnerung bewahren
Die Geschichte der Grube Laurweg ist vor allem die Geschichte der Menschen, die dort gearbeitet und gelebt haben. Ihre Leistung, ihre Erfahrungen und ihr Alltag verdienen es, in Erinnerung zu bleiben. Auch „et Zössje“ und die verbliebenen Spuren des Bahndamms sind wertvolle Zeugnisse dieser Vergangenheit.