Markt
Nur aus einer zufälligen Bemerkung wissen wir, daß es den Markt bereits 1598 als Kohlscheider "Hauptplatz" gibt. Am 30. April 1598 stellt sich hier nämlich ein Festzug auf, der zu Ehren des Landesherrn nach Haus Heyden zieht.
In Zusammenhang mit der Vermessung des Bauplatzes für die Kapelle (s.u.) wird hier im Jahre 1767 von einer Wein- und von einer Nachbarnstraße gesprochen (siehe: Südstraße). 1831 beginnt man mit dem Bau der Pfarrkirche (s.u.); Kapelle und Kirche lassen den Markt zum Ortszentrum werden.
Hier befindet sich seit jeher ein größerer Pfuhl, nach der Kapelle später auch "Kapellepoul" genannt.
1894 erhält der Markt einen Pavillon mit einer "Selterwasser-Verkaufsstelle". Der Pavillon bleibt hier bis zum Jahre 1921 stehen. 1900 ist noch vorgesehen, die geplanten Aachener Kreisbahnen von der Kaiserstraße her über den Markt nach Klinkheide zu verlängern (siehe Rumpener Straße). Doch die Kreisbahn wird nicht gebaut; 1902 beschließt und erreicht der Gemeinderat, daß die Kleinbahn auf dem Markt enden soll.
Im April 1933, nur wenige Wochen nach der Machtübernahme, beschließt der Gemeinderat eine Umbenennung des Marktplatzes in "Hindenburgplatz". Der Name bleibt bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gültig, bis der Gemeinderat dem Platz wieder den alten Namen "Markt" zurückgibt. Dieser Name übersteht die kommunale Neugliederung; so ergibt sich nun folgende Situation: in der Stadt Herzogenrath liegt der Markt im Stadtteil Kohlscheid.
Als im Herbst 1944 die Front über Kohlscheid hinweg rollt, liegt der Hindenburgplatz über Wochen im direkten Artilleriebeschuß, weil die einzige von Bardenberg kommende, ausgebaute Nachschubstraße in die erste Linie des Westwalls über diesen Platz verläuft.
Eine schon 1938 in der Nähe des Hindenburgplatzes geplante öffentliche Bedürfnisanstalt kann erst 1955 nach der um 1952 vorgenommenen erneuten Umgestaltung des Marktes realisiert werden. Der Markt hat nun zur Genugtuung der Kohlscheider wieder einen parkähnlichen Charakter. Eine in Verbindung mit dem Ausbau der Südstraße um 1978/79 vorgenommene Neugestaltung des Marktplatzes, dabei wird u.a. die an der Kirche verlaufende Einbahnstraße zu einer "Sackgasse" umfunktioniert, bringt nur Probleme mit sich, weil sich hier zum Ärger der Anlieger, Passanten und Kirchenbesucher rund um die Uhr nicht nur angenehme Zeitgenossen aufhalten. Der Markt war, dies wahrscheinlich nicht ohne Grund, sogar als Umschlagplatz für Rauschgift im Gespräch.