Heimatverein Kohlscheid 1932 e.V.
Heimatverein Kohlscheid 1932 e.V.
Heimatverein Kohlscheid 1932 e.V.
Kohlscheider Geschichte bewahren – Heimat erleben

Nordstraße

Die obere Nordstraße hieß ehemals "ejen Scheedheck", 1810 und 1842 wird sie Scheidthecker Weg genannt; 1895 heißt die Nordstraße zwischen West- und Mühlenstraße "Kreuzstraßenecke". An der Straßeneinmündung Mühlenstraße/Nordstraße tritt ab Nordstraße 6 die Bebauung zurück. Hier hieß es "Eckehuck". Den Namen gab die ehemalige, hier gelegene Schmiede Eck her, von der aus die zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegründete Eisenwarenhandlung Heinrich Eck ihren Aus-gang nahm (siehe: Weststraße). Am ehemaligen Doppelhof Spelthahn/Pöttgens (Ecke Nord-/Kreutzstraße und Nordstraße 28) geben zwei Eisenanker mit den Jahreszahlen 1726 und 1732 Hinweise auf das Alter der Gebäude.

Der 1903 gegründete Verschönerungsverein erhielt bereits Anfang 1904 den Auftrag, die Kohlscheider Straßen mit offiziellen Namen zu versehen, Straßenschilder zu bestellen und Hausnummern für den "Hauptort Kohlscheid" festzulegen. Zu dieser Zeit wurde die Gemeinde Pannesheide noch von Richterich aus verwaltet. 1904 erhielt also die Nordstraße ihren Namen. Im gleichen Jahre noch beschloß der Gemeinderat, die Nordstraße zu vermessen und auch die Fluchtlinien festzulegen. Doch es dauerte noch bis 1909, ehe der Beschluß durchgeführt werden konnte. Ein Ausbau mußte zunächst zurückgestellt werden. Die Straße erhielt daraufhin 1910 eine Kiesdecke; 1925 wurde sie vom Markt bis zur Holzerstraße als ausgebaut deklariert.

Haus Nordstraße 45 war über viele Jahre eine Kaplanei der Pfarre St. Katharina; von 1945 bis zum Neubau des Pfarrhauses auf dem Markt, notwendig wegen Zerstörung des alten Pfarrhauses durch Kriegseinwirkung, auch Pastorat unter Pfarrer Backes.

Im Bereich der heutigen Straßeneinmündung Nord-/Schreberstraße lag die Konservenfabrik "Josko". Sie geht auf den Lehrer Franz Sauer (1848-1923) zurück, der 1886 mit seiner Familie von St. Jöris nach Kohlscheid kam und später in Klinkheide wirkte. Im Ersten Weltkrieg bereitete er im Auftrage der Gemeinde Marmelade für die darbende Bevölkerung; sein Sohn gründete später die Fabrik, die mehrmals (1927 und 1931) ihren Namen änderte und 1932 nach wechselvollem Schicksal ihre Tore schließen mußte. Die Fabrik verfügte sogar über einen eigenen Eisenbahnanschluß mit zwei Gleisen auf dem Betriebsgelände.

Am Ende der Nordstraße, Einmündung Nord-/Forensberger Straße, hatte der Kohlscheider Sportverein (KSV) von August 1927 bis Oktober 1975 seinen Fußballplatz; mit Neubau der Sportanlage Casinostraße nutzt er seit November 1975 diese Anlage.