Oststraße
Die Oststraße ist die Hauptverbindung nach Bardenberg und hat im unteren Bereich den Wurmtal-hang zu überwinden. Erst 1864 erfolgt der Ausbau des "Weges von Kohlscheid nach Bardenberg", mit dem Bau der "Hausbrücke" (Huusbröck). 1937 ist die Oststraße im Besitz des Kreises Aachen. Zu dieser Zeit zieht sie sich noch in Serpentinen den Hang hinauf.
1826 errichtet die Gemeinde für 2.100 Taler an der heutigen Straßeneinmündung Oststraße / Am Langenberg ihr erstes Schulgebäude. Es wird zwar 1827 fertig, kann aber nicht voll genutzt werden, weil immer noch ein zweiter Lehrer in Kohlscheid fehlt, um den sich die Gemeinde seit vier Jahren bemüht. 1828 besuchen 160 Kinder diese Schule. 1913 wird das alte Schulgebäude zu einem Bau für Wohlfahrtszwecke umfunktioniert. Hier werden nun die Mütterberatung, die Säuglingsfürsorge und insbesondere die Sanitätskolonne vom Roten Kreuz untergebracht. Seit diesem Jahre heißt die Schule "Wohlfahrtshaus" oder aber auch "Kolonnenhaus", das sogar einen Telefon-Nebenanschluß des Bürgermeisteramtes erhält. Doch 1934 erhält das Rote Kreuz das ehemalige Schulhaus zurück.
Während des Zweiten Weltkrieges ist in dem Haus die Abrechnungsstelle des Wirtschaftsamtes. Anschließend hat die Polizei hier ihr Dienstgebäude, das scherzhaft auch "Polizeipräsidium" genannt wird. Ab 1982 bietet das Haus vorübergehend Asylanten Unterkunft, nachdem es vorher auch Wohnzwecken diente.
Im Januar 1988 hat man das Gebäude abgerissen.
Östlich der Schule lag auf dem Nachbargrundstück die älteste Kaplanei Kohlscheids (heute Oststraße 4).
Der kleine Platz vor der Bäckerei Baggen, heute Baggensplatz genannt (Oststraße 1 - 35), gehört in seinem nördlichen Teil zu den alten Bauzonen Kohlscheids.
Das Haus Houben (Oststraße 15) stammt wahrscheinlich aus dem 17. Jahrhundert und hat auch heute noch eine uralte, schwere Eichentür sowie einen interessanten offenen Kamin.
1847 baut die Gemeinde Pannesheide an der heutigen Oststraße, dem Friedhof gegenüber, ihr zweites Schulgebäude mit vier Klassenräumen und zwei Lehrerwohnungen. Nach dem Ersten Weltkrieg belegt belgisches Militär die Schule; als es abzieht, fallen hohe Reparaturkosten an. Das Gebäude dient bis über die 30er Jahre hinaus ca. 90 Jahre als Schule; hier werden vorzugsweise Mädchen unterrichtet. Als das "Ledigenheim" auf dem Gelände der Grube Langenberg nicht mehr als "Braunes Haus" für die nationalsozialistischen Organisationen genutzt werden kann (1938), ist die Mädchenschule Jugendheim für die verschiedenen Gruppierungen der Hitlerjugend. Nach dem Zweiten Weltkrieg sind hier vorübergehend wieder Schulklassen untergebracht, dann befinden sich bis kurz vor dem Abriß im Jahre 1970 mehrere Notwohnungen in diesem ehemaligen Schulgebäude.
Im Jahre 1988 wird an dieser Stelle ein Bürgerhaus gebaut.
Ende 1913 plant die Gemeinde Kohlscheid den Bau ihrer ersten Turnhalle; sie soll an der Oststraße in Verbindung mit der dortigen Mädchenschule auf dem zu den Lehrerdienstwohnungen gehörenden Gartengelände errichtet werden. Im Juni 1914 nimmt die Gemeinde 130.000 Mark auf, die u.a. auch für den Bau dieser Turnhalle gedacht sind. 1915 ist die Turnhalle fertig.
An der Oststraße lag Kohlscheids "Höhere Schule". Sie war im letzten Haus vor dem Volksgarten untergebracht (Oststraße 28). Pfarrer Michel und Spezialdirektor Hilt unterstützen 1872 den Antrag auf Errichtung dieser Schule.
Folgt man der Oststraße, liegt rechts die Restfläche des einst so bekannten Kohlscheider Volksgartens, im Volksmund auch "Lustgarten" genannt. Heute fällt zuerst die hier vorgenommene Friedhofserweiterung auf.
Über den Volksgarten berichten wir in einen separaten Bericht.
Nach Aufgabe des Friedhofes auf dem Markt (siehe: Markt), wird der neue Friedhof an der Oststraße schon 1836 belegt. Mehrfach muß er erweitert werden: 1877, 1886, 1905/07, 1918, 1930/31, 1941, um 1950 sowie 1980/82.
Über den Friedhof berichten wir in einem separaten Bericht.
Im weiteren Verlauf liegt linker Hand die "Todesbahn" und ca. Meter weiter ein Stolperstein der an Fritz Hark erinnert.
Vergangenes in der Oststraße: Firma Lube & Krings GmbH, Gaststätte Kempchen (vormals Koch, Eck) , Hof Wintgens, "an Hoheneich" , "Kevers-Hüßje".