Heimatverein Kohlscheid 1932 e.V.
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Kohlscheider Geschichte bewahren – Heimat erleben

Oststraße Friedhof

Nach Aufgabe des Friedhofes auf dem Markt (siehe: Markt), wird der neue Friedhof an der Oststraße schon 1836 belegt. Mehrfach muß er erweitert werden: 1877, 1886, 1905/07, 1918, 1930/31, 1941, um 1950 sowie 1980/82. Erst 1878 wird der Friedhof in Beerdigungsparzellen aufgeteilt, die Gräber werden nummerier und die Grablinien durch Steine begrenzt. Das im gleichen Jahre als Abschluß zur heutigen Oststraße vorgesehene Eisengitter wird nicht gesetzt, man pflanzt eine Dornhecke. Bis 1886 gibt es wahrscheinlich keine "Privatgrabstätten", 1886 wird zur Einrichtung von Wahlgräbern ein passendes Terrain angekauft.

Erst 1878 wird der Friedhof in Beerdigungsparzellen aufgeteilt, die Gräber werden nummerier und die Grablinien durch Steine begrenzt. Das im gleichen Jahre als Abschluß zur heutigen Oststraße vorgesehene Eisengitter wird nicht gesetzt, man pflanzt eine Dornhecke. Bis 1886 gibt es wahrscheinlich keine "Privatgrabstätten", 1886 wird zur Einrichtung von Wahlgräbern ein passendes Terrain angekauft.

Weil die Leichen meistens in den Wohn- und Schlafzimmern der Familien aufgebahrt werden müssen, aber auch, um einen Raum zu erhalten, in dem Leichen obduziert werden können, beschließt der Gemeinderat 1887 den Bau eines Leichenhauses. 

Das Obduzieren von Leichen erfolgt bis dahin im Gemeindelokal (Schule Weststraße 44). Für den Neubau ist der Platz vorgesehen, auf dem bis dahin das Friedhofskreuz steht (heutiger Standort der Friedhofskapelle).

Das Friedhofskreuz wird versetzt und steht nun im nach Süden führenden Friedhofshauptweg. Bei dieser Gelegenheit bittet die Pfarre den Gemeinderat, in der Nähe des Friedhofkreuzes eine Begräbnisstätte für die katholischen Geistlichen zur Verfügung zu stellen. Der Gemeinderat empfiehlt den Bau eines Grabgewölbes unter dem zu errichtenden Leichenhaus; die Kosten hierzu sind allerdings von der Pfarre zu übernehmen, die diesen Vorschlag ablehnt.

Ob die Planung dieses Leichenhauses voll verwirklicht wird, ist mehr als fraglich; denn als 1907 der Bau eines Leichenhauses mit Betraum, Halle zum Aufbewahren der Leichen, Geräteraum und Remise für den Leichenwagen ausgeschrieben wird, ist an der Stelle, wo die Leichenhalle gebaut wird, ein "Gerätehaus" zu entfernen. Die heutige Leichenhalle kann ab Februar 1970 genutzt werden. 

1927 errichtet der Sängerbund, heute Karlschor, in der Nähe des Ehrenfriedhofes für die Gefallenen des Chores eine Gedenkstätte aus Sandsteinen, auf der das Heydener Wappen angebracht ist. Am 16. Oktober 1944 kommt es auf dem Friedhof zwischen deutschen und amerikanischen Soldaten zu harten Kämpfen.

In Verbindung mit der Einbeziehung eines Teiles des Volksgartens in den Friedhof (1980/82), erhielt das Friedhofskreuz in dieser schmucken Anlage einen neuen Platz. Es war schon vor Jahrzehnten aus der Wegemitte zur Seite gerückt worden und stand somit zuletzt an der Ostseite des Friedhofhauptweges.

Schon Anfang 1915 faßte der Gemeinderat den Beschluß, auf dem Friedhof an der Oststraße Ehrengräber für gefallene und in Lazaretten (Altersheim, siehe: Hoheneichstraße) gestorbene Soldaten bereitzustellen. Ein Denkmalbau sollte nach dem Kriege realisiert werden. 1917 wurden weitere acht "Heldengräber" eingeplant; über einen Ehrenfriedhof sollte aber erst nach dem Kriege beraten werden. Doch schon im März 1918 genehmigte der Rat die Anlage eines Ehrenfriedhofs, den Prof. Burger plante. Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg wurde hier ein großer Sandstein, gefunden in einer Banker Sandgrube, aufgestellt. In diesem Ehrenhain und in seiner direkten Nachbarschaft befinden sich Gräber für Gefallene des Zweiten Weltkrieges und für Zivilisten, die im Herbst 1944 während der Kampfhandlungen ihr Leben lassen mußten.

Im Bereich des Waldfriedhofes finden wir auch noch eine Ehrenparzelle für die Opfer des Naziregimes, die hier, genau wie die erwähnten Kriegsopfer, nicht aufhebbare Ruhestätten haben. Solche Gräber haben auf dem Friedhof auch die ehemaligen Bürgermeister Josef Lambertz und Eduard Bremen sowie der als Steinzeitforscher bekannte Pater Hermann Kohl, Hausgeistlicher des Altersheimes. Ein noch vor dem Zweiten Weltkrieg angelegter Ehrenfriedhof für bewährte Mitglieder der nationalsozialistischen Bewegung wurde nach dem Kriege aufgehoben, wobei Umbettungen vorgenommen werden mußten.

Der südöstliche Teil des Friedhofes, "Brachemich" genannt, ist ehemaliges Gelände der Grube Langenberg. Hier stand 1825 ein Grubengebäude, das 1846 verkauft wurde. In ihm wohnte um die Jahrhundertwende eine Abdeckerfamilie. Dieses Gebäude wurde dann durch das 1971 abgerissene Friedhofwärterhaus ersetzt.