Heimatverein Kohlscheid 1932 e.V.
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Kohlscheider Geschichte bewahren – Heimat erleben

Roermonder-Straße

Noch um die Mitte des 18. Jahrhunderts führt die Verbindungsstraße zwischen Aachen und Herzogenrath über die Süsterfeldstraße nach Laurensberg und über den Hander Weg nach Richterich, von dort über die Bankerfeldstraße nach Bank und über die Haus-Heyden-Straße weiter. Zu dieser Zeit wird die heutige Roermonder Straße zwischen Aachen und Uersfeld angelegt.

Zum Ende des 18. Jahrhunderts heißt die Straße offiziell "Pave", womit eine mit Pflastersteinen ausgebaute Straße bezeichnet wurde. Seit 1817 ist bis heute für die Roermonder Straße der Name "Chaussee" gebräuchlich geblieben.

1910 nimmt die Gemeinde Kohlscheid Regulierungsarbeiten an der Roermonder Straße vor, wobei der EBV kostenlos das dazu nötige Material liefert. 1911 legt die Gemeinde an der Ostseite der Roermonder Straße einen Kanal an, in den die Anlieger ihre Hausabwässer, nicht jedoch die gewerblichen Abwässer einlassen dürfen; die Erlaubnis kann jederzeit widerrufen werden. Doch der Straßenzustand muß erhebliche Mängel aufweisen. 1912 beantragt die Gemeinde jedenfalls bei der Provinzialverwaltung eine "Pflasterung" der Roermonder Straße von der Kaiserstraße bis zur Hauptverwaltung des EBV.

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges ziehen ab Anfang August 1914 über zwei Wochen lang deutsche Militärkolonnen in endloser Kette über die Roermonder Straße nach Aachen und weiter nach Belgien an die Front.

Den letzten verkehrsgerechten Ausbau erhielt die Roermonder Straße nach der kommunalen Neugliederung. Bei dieser Gelegenheit wurde 1976 nicht nur die Wohnanlage Kircheich umgestaltet, auch die dortige Kreuzanlage erhielt einen neuen Platz. Verschwunden ist anläßlich dieses Ausbaus, um der etwas nach Westen verlegten Fahrbahn Platz zu machen, eines der ältesten Gebäude zu Kircheich, die auf Richtericher Seite gelegene Gaststätte, zuletzt im Besitz von Merx-Schreiber.

Vor der Straßeneinmündung Kaiserstraße befandet sich das Warenhaus Interkauf (heute Edeka)  im ehemaligen Straßenbahndepot (siehe: Kaiserstraße). 

Von der ehemaligen Grube Laurweg (siehe: Laurwegstraße) überquerte "et Zößje" auf der Höhe der Kaiserstraße die Roermonder Straße, um die "Berge" zur Halde nach Wilsberg zu transportieren.

Roermonder Straße 43/45 befandet sich die Firma J. Crumbach, später Roermonderstraße 55/63 die als Partner der Landwirtschaft die Sparte Getreide-Futter-Düngemittel betreibt und auch noch ein Spezialgeschäft für alle Belange des Gartenbaus unterhält.

Rechts neben dem Hause Roermonder Straße 116, stand über lange Jahrzehnte ein Kreuz, das 1987 in der Amstelbachstraße einen neuen Platz fand (siehe: Amstelbachstraße).

1870 wurde das "Zentralbüro" der Vereinigungs-Gesellschaft von der Forstheider Straße (siehe: Forstheider Straße) an die Roermonder Straße verlegt. Nach dem Zusammenschluß von Vereinigungs-Gesellschaft und Eschweiler Bergwerksverein im Jahre 1907 bleibt hier das "Zentralbüro" für den EBV, dessen bisherige Verwaltung von Eschweiler nach Kohlscheid übersiedelt. 

Im Bereich der zwischen der Bahnstraße, der Eisenbahnlinie und der Roermonder Straße liegenden Bahnanlagen wurden am 28. September 1944 durch deutsches Militär gezielte Sprengungen vorgenommen. Die an der Roermonder Straße gelegenen und verhältnismäßig ausgedehnten Rangieranlagen des Bahnhofes Kohlscheid wurden abgebaut, nachdem Laurweg 1955 aufhörte zu fördern und die seit 1875 produzierende Brikettfabrik auf Laurweg am 30. Juni 1976 ihre Produktion einstellte. Das vor der Brücke gelegene Rangierstellwerk mit seiner handbetriebenen Drehscheibe, auf der man auch Rangierloks wendete, wurde entbehrlich und demontiert. 

Roermonder Straße 168 befindet sich noch die große Halle der ehemaligen Josefshütte, benannt nach dem Firmengründer Josef Hoenen.

Roermonder Straße 194 befand sich die Eisen- und Metallgesellschaft mbH, im Volksmund "Schrottlager" genannt.

Direkt hinter der Eisenbahnbrücke lag an der Ostseite der Roermonder Straße das "Flammenhäuschen". Eine gültige Erklärung für den Namen wurde bisher nicht gefunden. 

Im Winkel zwischen der Eisenbahn, der Roermonder Straße und der Straße Aufm Schif befand sich der Westwallbunker Nr. 4, den schon das "Pionierprogramm 1938" vorsah.

An der Straßeneinmündung Roermonder Straße / Auf'm Schif war die Firma Erfrischungsgetränke Aachen GmbH tätig (heute Discounter), die sich seit 1950 mit der Produktion und dem Vertrieb des Coca-Cola-Sortiments befaßt. Das Betriebsgelände wurde mehrfach erweitert.

Rechts neben der "Colafabrik" liegt, straßenseitig durch eine Mauer geschützt und durch hohe Sträucher den Blicken verborgen, ein schöner Park mit altem Baubestand. In ihm stand eine Direktorenvilla des Eschweiler Bergwerks-Vereins, die im Frühjahr 1987, ohne daß die Öffentlichkeit davon Kenntnis nehmen konnte, abgerissen wurde. 

1908 richtete die Post in der Gärtnerei Geduldig, Roermonder Straße 332, einst eine der größten Gärtnereien im Stadt- und Landkreis eine Telegraphenhilfsstelle ein.

Bevor die Roermonder Straße in einer Rechtskurve nach Herzogenrath abbiegt, liegt südlich der Höckerlinie in einer Parkanlage mit altem Baumbestand das Haus "Neuforensberg" (Roermonder Straße 354).