Heimatverein Kohlscheid 1932 e.V.
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Kohlscheider Geschichte bewahren – Heimat erleben

Die Grube Langenberg

Der Steinkohlenbergbau hat Kohlscheid über Jahrhunderte geprägt. Er brachte Arbeit und Wohlstand, veränderte das Ortsbild und bestimmte das Leben vieler Familien.

Eine besondere Rolle spielte dabei die Grube Langenberg, deren Geschichte bis in das 16. Jahrhundert zurückreicht. Wir möchten an dieses bedeutende Kapitel unserer Heimatgeschichte erinnern und die Spuren bewahren, die der Bergbau in Kohlscheid hinterlassen hat.

Die Geschichte Kohlscheids ist eng mit dem Steinkohlenbergbau verbunden. Über Jahrhunderte prägten Bergwerke, Schächte und Kohlenhalden das Ortsbild und das Leben der Menschen. Zu den ältesten Bergwerken unserer Heimat gehörte die Grube Langenberg, deren Geschichte bis in das 16. Jahrhundert zurückreicht.

Die Anfänge des Bergbaus

Bereits 1573 wird die Grube Langenberg in historischen Quellen erwähnt. Damals wurde die Kohle noch mit einfachen Mitteln gewonnen. Besonders das eindringende Grubenwasser bereitete den Bergleuten große Schwierigkeiten und begrenzte die Möglichkeiten, tiefer gelegene Kohlenflöze abzubauen.

Eine wichtige technische Neuerung folgte 1811: Die Grube erhielt eine Dampfmaschine zur Wasserhaltung. Damit konnten die Voraussetzungen für einen leistungsfähigeren Bergwerksbetrieb geschaffen werden. Die Anlage nahm dadurch eine besondere Stellung unter den Gruben des Wurmreviers ein.

Vom Einzelbergwerk zum Industrieunternehmen

Im 19. Jahrhundert veränderten sich die Besitzverhältnisse. 1859 wurde die Grube von der Vereinigungsgesellschaft für den Steinkohlenbau im Wurm-Revier übernommen. Ab 1872 bildete sie gemeinsam mit der benachbarten Grube Laurweg eine Betriebsabteilung. Später gehörte sie zum Unternehmensverbund des Eschweiler Bergwerksvereins (EBV).

Auch der Kohletransport entwickelte sich weiter. Zunächst brachten Pferdefuhrwerke die Kohle zu den Absatzmärkten. Nach der Eröffnung des Bahnhofs Kohlscheid im Jahr 1853 erleichterte eine Pferdestraßenbahn den Transport zwischen der Grube und dem Bahnhof. Damit war die Grube besser an den überregionalen Kohlenhandel angebunden.

Das Ende der Kohlenförderung

Mit dem Wandel der wirtschaftlichen Verhältnisse verlor die Grube zunehmend an Bedeutung. Die Kohlenförderung wurde schließlich 1913 eingestellt. Das Gelände blieb jedoch weiterhin genutzt.

Während des Ersten Weltkriegs befand sich in den ehemaligen Werksgebäuden ein Kriegsgefangenenlager. Später wurden Gebäude angesichts der Wohnungsnot teilweise zu Wohnungen umgebaut. Damit begann ein neuer Abschnitt in der Geschichte der früheren Grubenanlage.

Das Ledigenheim und die weitere Nutzung

Besonders eng mit der Grube Langenberg verbunden ist das Ledigenheim, das der Eschweiler Bergwerksverein in den 1920er-Jahren für Bergarbeiter errichten ließ. Es bot Arbeitern, die nicht mit ihren Familien in Kohlscheid lebten, eine Unterkunft.

Im Laufe der Zeit änderte sich die Nutzung des Gebäudes mehrfach. Nach dem Zweiten Weltkrieg wohnten dort erneut Bergarbeiter. 1968 wurde der erste Supermarkt Kohlscheids, der Westkauf, in dem Gebäude eingerichtet.

Was heute noch an die Grube erinnert

Von der einstigen Grubenanlage sind nur wenige bauliche Zeugnisse erhalten geblieben. Der Förderschacht wurde 1954 geschlossen beziehungsweise verfüllt. Weitere Gebäude verschwanden in den folgenden Jahrzehnten. Reste des ehemaligen Schachtgebäudes blieben jedoch erhalten.

Diese Gebäude sind wichtige Zeugnisse der Kohlscheider Industriegeschichte. Sie erinnern an die harte Arbeit der Bergleute und an eine Zeit, in der der Steinkohlenbergbau das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben unseres Ortes entscheidend prägte.

Die Grube Langenberg ist mehr als ein ehemaliger Bergwerksstandort. Ihre Geschichte erzählt von technischem Fortschritt, wirtschaftlichem Wandel und dem Leben der Menschen in Kohlscheid. Es ist unsere Aufgabe, diese Erinnerungen zu bewahren und an kommende Generationen weiterzugeben.