Heimatverein Kohlscheid 1932 e.V.
Heimatverein Kohlscheid 1932 e.V.
Heimatverein Kohlscheid 1932 e.V.
Kohlscheider Geschichte bewahren – Heimat erleben

Roermonder Strasse

Forensberg Pannesheide Mevenheide Mitteluersfeld

Um 1786 entsteht die Roermonder Straße zwischen Uersfeld und Herzogenrath. Man sagt, es sei die erste gepflasterte Landstraße im Gebiet der heutigen Bundesrepublik gewesen.

Zum Ende des 18. Jahrhunderts heißt die Straße offiziell "Pave", womit eine mit Pflastersteinen ausgebaute Straße bezeichnet wurde. Seit 1817 ist bis heute für die Roermonder Straße der Name "Chaussee" gebräuchlich geblieben.

Für Kohlscheid beginnt die Roermonder Straße in Uersfeld (siehe: Küppershofweg) und führt über Kircheich (siehe: Kircheichstraße) an den Ortskern heran. Entlang der Roermonder Straße, streckenweise auf eigenem Bahnkörper mit Weichen bei Kircheich, an der Kaiserstraße, etwa auf der Höhe der heutigen Industriestraße sowie zweigleisig zwischen der Straße Aufm Schif und dem Zollamt in Pannesheide, führte die Straßenbahn, in Kohlscheid vorzugsweise Kleinbahn genannt, von Aachen nach Herzogenrath. Die Strecke wurde 1902 eröffnet und 1959 auf Busbetrieb umgestellt. Von der Kaiserstraße ging sogar eine Linie zum Kohlscheider Markt (siehe: Kaiserstraße). Erstaunlich ist, daß sich in den ersten Jahren nach Inbetriebnahme der Straßenbahn im Gebiet Kohlscheid viele Unfälle ereignen, bei denen die Straßenbahn beteiligt ist; etliche Unfälle verlaufen sogar tödlich.

Den letzten verkehrsgerechten Ausbau erhielt die Roermonder Straße nach der kommunalen Neugliederung. Bei dieser Gelegenheit wurde 1976 nicht nur die Wohnanlage Kircheich umgestaltet, auch die dortige Kreuzanlage erhielt einen neuen Platz. Verschwunden ist anläßlich dieses Ausbaus, um der etwas nach Westen verlegten Fahrbahn Platz zu machen, eines der ältesten Gebäude zu Kircheich, die auf Richtericher Seite gelegene Gaststätte, zuletzt im Besitz von Merx-Schreiber.

Westlich der Straße liegen zwischen Kircheich und der Banker Straße die alten Ortslagen Mevenheide und Wilsberg (siehe: Mevenheide und Wilsberger Straße). Vor der Straßeneinmündung Kaiserstraße befand das Warenhaus Interkauf im ehemaligen Straßenbahndepot. Heute EDAKA Adebahr (siehe: Kaiserstraße). Im Herbst 1944 war das an der Roermonder Straße vor dem Depot gelegene Betriebsgelände stark vermint; es kostete amerikanischen Soldaten das Leben.

Von der ehemaligen Grube Laurweg (siehe: Laurwegstraße) überquerte "et Zößje" auf der Höhe der Kaiserstraße die Roermonder Straße, um die "Berge" zur Halde nach Wilsberg zu transportieren.

Roermonder Straße 43/45 befand sich die Firma J. Crumbach, die als Partner der Landwirtschaft die Sparte Getreide-Futter-Düngemittel betrieb und auch noch ein Spezialgeschäft für alle Belange des Gartenbaus unterhielt. Es war ein Familienunternehmen, das in den letzten Jahrzehnten stark expandierte und zu den größten Firmen dieser Art im hiesigen Bezirk zählt.

1870 wurde das "Zentralbüro" der Vereinigungs-Gesellschaft von der Forstheider Straße (siehe: Forstheider Straße) an die Roermonder Straße verlegt. Nach dem Zusammenschluß von Vereinigungs-Gesellschaft und Eschweiler Bergwerksverein im Jahre 1907 bleibt hier das "Zentralbüro" für den EBV, dessen bisherige Verwaltung von Eschweiler nach Kohlscheid übersiedelt. Die Hauptverwaltung mußte im Laufe der letzten Jahrzehnte ständig baulich erweitert werden. 

Die heute über die Eisenbahn führende Straßenbrücke ist jüngeren Datums. Mit der Umstellung der Eisenbahnlinie auf elektrischen Betrieb wurde ein Brückenneubau nötig, hatte doch die alte Ziegelstein-Bogenbrücke nicht die erforderliche Durchlaßhöhe für die Fahrdrähte. Mit dem Bau der heutigen Spannbetonbrücke wurde im November 1967 begonnen. Die neben der neuen Brücke liegende, über 100 Jahre alte Ziegelbrücke wurde mit dem 11. März 1968 abgerissen. Erst als die neue Brücke im Rohbau fertig war, konnte die Oberleitung zwischen Herzogenrath und Kohlscheid montiert werden. Der festlich geschmückte erste elektrische Sonderzug fuhr am 22. Mai 1968 von Aachen nach Mönchengladbach. Für den Straßenverkehr wurde die neue Brücke am 2. Juli 1968 freigegeben.

An der Straßeneinmündung Roermonder Straße / Aufm Schif war die Firma Erfrischungsgetränke Aachen GmbH tätig, die sich seit 1950 mit der Produktion und dem Vertrieb des Coca-Cola-Sortiments befaßt. 

An der auslaufenden Roermonder Straße, Haus Nr. 135, liegt eine große Hofanlage mit breiter, neunachsiger Fensterfront, die nach 1800 "Neu-Bau", dann "Gut Bau" und 1936 nach der nationalsozialistischen Gesetzgebung wegen der Größe des landwirtschaftlich genutzten Besitzes und nach dem Besitzer "Erbhof Vest" genannt wird.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser. Der hier aufgeführte Artikel zeigt nur einen Ausschnitt über die Roermonder Straße. Lesen Sie bitte mehr, im Kohlscheider Straßenspiegel.