Josef Aretz Junior
* 25. April 1929 , † 23. Dezember 2012
Früherer Rektor der Hauptschule Kohlscheid und renommierter Heimatkundler
Josef Aretz wurde zu Ostern 1935 in die Kath. Volksschule Kohlscheid-Mitte eingeschult — die Schule, in der er später viele Jahre als Lehrer, Konrektor und Rektor wirken würde.
Wie damals üblich erfüllte er dort seine achtjährige Schulpflicht bis zum Schulabschluss am 31.03.1943. Der anschließende Besuch der Staatlichen Aufbauschule Alsdorf wurde durch die Evakuierung nach Niedersachsen unterbrochen, allerdings an niedersächsischen Schulen fortgeführt.
Nachdem er ab März 1945 zunächst das Staatliche Gymnasium Alsdorf und später ab April 1948 das Städtisches Gymnasium Herzogenrath besucht hatte, legte er dort im Februar 1951 das Abitur ab. Im selben Jahr begann er das Studium an der Pädagogischen Akademie in Aachen, dass er 1953 mit der Ersten Lehrerprüfung abschloss.
Bevor er 1955 an der Kath. Volksschule Horbach eingesetzt wurde, unterrichtete er ab 1953 Kinder der priv. Kath Ersatzschule des Hermann-Josef-Hauses, Heim für Fürsorgezöglinge in Urft/Eifel. Im Oktober 1956 legte er die Zweite Lehrerprüfung ab und war seit April 1958 an der Kath. Volksschule Kohlscheid-Mitte tätig. Dort übernahm er die Stelle des Lehrers Heinz Flach, der zu dem Zeitpunkt als Religionslehrer an eine Aachener Berufsschule wechselte.
Nach der Pensionierung des Rektors Franz Noethlings zum 30.03.1965 übernahm der damalige Konrektor Josef Aretz zum 01.04.1965 die Schulleitung der Kath. Volksschule Kohlscheid-Mitte. Mit der Schulstrukturreform von 1968 wurde er Rektor der Hauptschule Kohlscheid, die zunächst noch in den Räumen der Volksschule blieb bis 1972 der Neubau an der Kircheichstraße fertiggestellt war.
Dies alles ist nachzulesen in der Chronik der Kath. Volksschule 1945 – 1968 in Form eines handschriftlichen Eintrags „Lebenslauf des Lehrers Josef Aretz“ vom 18. Juni 1958 [1].
Am 27. Juni 1968 beendet Josef Aretz die Chronik auf ihrer letzten Seite mit den folgenden Worten:
„Heute begannen die Ferien. Das Kollegium traf sich zum letzten Male. … So galt es Abschiednehmen.
Keiner weiß, wo er nach den Ferien tätig sein wird. …
Alle unsere Kinder sind nun an die neuen Grundschulen und an die neue Hauptschule überwiesen. Damit hat die Schule Kohlscheid – Mitte in ihrer Form als kath. Bekenntnisschule aufgehört zu existieren. Uns gibt es nicht mehr. 22 Jahre nach dem Kriege versuchte sie ihre Aufgabe zu erfüllen. Der Berichterstatter konnte 10 Jahre davon erleben. Es war eine schöne Zeit, eine gute Schule und stets ein angenehmes Kollegium. Schade drum!“
In diesen abschließenden Sätzen der Schulchronik bringt Herr Aretz sein tiefes Bedauern zum Ausdruck, dass die seinerseits zu leitende Hauptschule nicht konfessionsgebunden sein würde.
Auf Antrag der Elternschaft wurde die Hauptschule als Gemeinschaftsschule eingerichtet; zwei Drittel hätten für eine Katholische Bekenntnisschule votieren müssen. Dieser Umstand traf den tiefgläubigen Katholik Josef Aretz besonders schmerzlich.
Der Begriff „Volksschule“ blieb als Oberbegriff für Grund- und Hauptschule bis 2011 bestehen.
Für seine Verdienste im Schulwesen wie auch in der Heimatforschung erhielt Josef Aretz Jr. 1993 den Rheinlandtaler und später die Bundesverdienstmedaille.